31 Mai 2010

Bike Navigation mit dem iPhone

6 Comments Reviews

GPS-tracking.jpg Nach vielen Jahren hat es mich ja wieder gepackt. Endlich mit dem Mountainbike durch den Wald, in meinem Fall die ersten Ausläufer des Spessarts schreddern. Natürlich immer gemäß den Regeln usw. usf..

Wie das immer so ist, inzwischen ist es ja nicht nur wichtig das Bike selber mit den technisch neusten Details auszustatten, sondern auch die Computer- und Handy-Technik hat Einzug in den Sport gehalten. So ist es auch nicht verwunderlich, dass, wenn man schon ein iPhone hat man gerne auf ein zusätzliches GPS Gerät verzichten möchte. Zumindest dann, wenn man gerne wissen will wo man gewesen ist um ggf. später zu Hause die gefahrene Tour noch mal nach zu vollziehen.

Jetzt bietet das iPhone natürlich auf den ersten Blick alles was das Bikerherz begehrt. Eine eingebaute GPS Unterstützung und einen Appstore. Wenn man sich etwas auf dem Zubehör- und Halterungsmarkt austobt, dann findet man auch durchaus brauchbare Halterungen für das iPhone am Bike. Zu den Halterungen kommen wir aber ein anderes Mal.

Wichtiger für mich war aber erstmal die Auswahl der entsprechenden App um meine Fahrten zu “tracken” und später weiterzugeben.

Dafür kamen für mich nach einigem Einlesen erstmal 3 Apps in Frage.

Zunächst sei angemerkt, dass GPSies die einzige kostenlose App in dem Test ist. Trails tritt mit € 2,99 an und der teuerste Testkandidat im Feld ist B.iCycle mit € 7,99.

Trails
trails.pngTrails macht einen ordentlichen Eindruck. Was ich persönlich etwas verwirrend für einen blutigen Anfänger auf dem Gebiet des Trackings empfunden habe ist die Vielfalt der notwendigen Einstellungen bevor es los geht. Zunächst kann man zwischen den Standard-Profilen Joggen, Wandern, Radfahren und Motorisiert wählen. Dies hat Auswirkungen auf die Einstellungen der Mindestgenauigkeit, Distanzfilter, Art der Darstellung, Anpassungen an die zu verwendenden Einheiten, also Kilometer oder Meilen. Weiterhin kann man seine Daten für einen EveryTrail Account hinterlegen an den man dann seine aufgezeichneten Daten schicken kann um diese dort zu betrachten und mit anderen Interessenten zu teilen.

Hat man diese Hürde aber erstmal überwunden funktioniert es eigentlich wunderbar. Man kann die Anzeige der Live-Karte ein- oder ausschalten, was immensen Einfluss auf die Akkulaufzeit und die zu übertragenden Kartendaten hat. Je nach zu erwartender Fahrtdauer ist es natürlich schwer das iPhone bei aktivierten Diensten (BT, WLAN, GPS, Push) über einen längeren Zeitraum mit ausreichend Saft aus dem Akku bei Laune zu halten. Meine Tests ergaben aber, dass Fahrten bis zu 3 Stunden mit allen getesteten Programmen lediglich 30% der Akku Leistung mitnahmen und ich habe nichts deaktiviert!

Nachdem man eine Tour vollendet hat hat man die Möglichkeit sich die Ergebnisse (kmz und gpx Files) per E-Mail oder direkt in seinen EveryTrail Account zu übertragen.

Kartendaten können auch importiert werden. In der Regel über einen URL. Wer also gpx Daten oder kmz Files auf einen Webserver legt oder die URL aus dem Kopf weiss kann so bereits gefahrene Touren auf das iPhone Laden und somit in Trails importieren.

Trails_Bild1.PNGTrails_Bidl2.PNG

Die Routendarstellung ist relativ gut dargestellt. Das zugrunde liegende Kartenmaterial kommt von openstreetmaps.org. Mit der Live-Karte habe ich noch nicht gespielt, da sich das iPhone bei meinen Touren meist in einer Tasche am Träger meines Rucksacks befindet. Davon mal ab fand ich es bisher wichtiger auf den Weg als auf das iPhone zu schauen. Das Tracking will ich ja im Anschluss dann sehen.

Bisher habe ich nur 2 Testfahrten mit Trails unternommen, aber ich denke der Gelegenheits-Biker mit Ambitionen zum GPS Tracken ist damit recht gut bedient und für den Preis von € 2,99 gibt´s auch keinen Grund zum Meckern.

B.iCycle

B.iCycle.pngB.iCycle ist im Prinzip eher ein Fahrradcomputer mit GPS Tracking Funktion. Neben den Standard Funktionen, die man von einem Fahrradcomputer gewöhnt ist wie z.B. werden hier (wie auch immer) noch verbrauchte Kalorien pro Tour und Gesamtkalorien errechnet. So richtig glauben mag ich das allerdings nicht. Allerhöchstens kann es sich hier um Annäherungswerte handeln. Ähnliches trifft mit ziemlicher Sicherheit auf die gefahrenen Höhenmeter zu. Ich habe mir mal sagen lassen, dass das iPhone nicht über einen barometrischen Höhenmesser verfügt und daher nur sehr ungenau bestimmen kann wie hoch man sich nun wirklich befindet. Klar dürfte sein, wer hier genaue Werte erwartet, der sollte wirklich besser zu reinen GPS Geräten greifen.

Ansonsten ist eben auch die Oberfläche weniger auf Kartendarstellung ausgerichtet sondern viel mehr auf die Anzeige der auf einem Fahrradcomputer üblichen Daten.

B.iCycle-2.PNG B.iCycle-3.PNG

GPS Daten können nicht importiert werden, wohl aber auch hier kml und gpx Files per Mail exportiert werden. Diese können dann wiederum in Google Maps oder Google Earth importiert werden. Auch hier meiner Ansicht nach für den ambitionierten Biker durchaus ausreichend.

Als Kartenbasis wird hier direkt OpenCycleMap verwendet.

GPSies

GPSies.png Auf GPSies bin ich auf Grund der gleichnamigen Webseite www.gpsies.com gestossen. Hier gibt es eine wunderbare Funktion nahezu jedes GPS Dateiformat in ein anderes Format zur Weiterverarbeitung konvertieren zu lassen. Der iPhone App Werbung konnte ich dann doch nicht widerstehen und musste es (da auch kostenlos) mal ausprobieren.

Bisher habe ich es nur einmal im Auto über eine Strecke von ca. 30km getestet und fand es zunächst nicht wirklich berauschend. Ich will den Tag aber nicht schon vor dem Abend schlecht machen und werde es bei der nächsten Tour noch einmal testen.

GPSies.PNG Das Interface ist recht übersichtlich, um nicht zu sagen “spartanisch”, aber vielleicht reicht das ja sogar auch. Auch die Möglichkeiten der Einstellungen ist recht beschränkt. Ok, es ist kostenlos, für “mal ab und an was tracken” sollte es reichen. Die Tracks die man gefahren ist werden direkt in das gpsies.com Konto gepumpt und können dort mit anderen geteilt oder auch exportiert werden. Nunja, dicke Freunde werden wir wohl nicht werden, aber einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul.

Fazit:

Ein Problem haben alle Apps, die sind aber eher im iPhone selber begründet. Das Tracking wird entsprechend schlecht, wenn man sich im dichten Wald befindet. Dann hat man auf einmal mehrere Kilometer im “Fluge” zurück gelegt. Mein persönliches Fazit sieht so aus, dass ich mich noch auf keine App festlegen konnte, bisher aber Trails mein Favorit aus Kosten- und Usability Sicht ist.

Bis ich mich festlegen kann werden wohl noch ein paar Touren her müssen um die Apps weiter auf Herz und Nieren testen zu können.

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written by Benny
Überzeugter Apple User und Kommunikations Junkie! Schneller, schöner, technisch.
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6 Responses to “Bike Navigation mit dem iPhone”

  1. CaOsKid says:

    Also wenn ich das richtig verstehe, dann kann ich Trails auch für meine Joggingeinheiten verwenden. Ich glaube das teste ich mal…

  2. Benjamin Renner says:

    Korrekt, das kannst Du machen und solange Du nicht unter einer geschlossenen Laubdecke wanderst sollte das auch sehr gut funktionieren.

  3. Chris says:

    Also wenn ich das richtig verstehe, dann kann ich Trails auch für meine Joggingeinheiten verwenden. Ich glaube das teste ich mal…

  4. MTB Tour durchs Niemandsland | Bike To Me says:

    […] App zur Aufzeichnung genutzt. In Anlehnung an meinen auf der apfelcouch.de veröffentlichten Beitrag zu verschiedenen Fitness und Bike-GPS Tracking Apps für Radfahrer muss ich sagen, Runtastic […]

  5. Gast says:

    Wie kann man mit EveryTrail gpx-Dateien per email vom iPhone veröffentlichen??
    Habe diese hier beschriebene Funktion bei EveryTrail nicht gefunden!

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