08 Jun 2007

Someone call the ambulance …

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…. Placebo Live in Dresden – ein kleiner Konzertrückblick.

Reichlich 4 Jahre ist es her. “Sleeping with Ghosts” war noch nicht so lange erschienen und Placebo gaben sich im verregneten Dresdner Herbst die Ehre. Aus einem groß-angelegten Konzert wurde beinahe eine Enttäuschung (zumindest für Nicht-Fans). Die Messehalle konnte die Band nicht mal halb füllen. Und das schlug dann auch auf die Stimmung der Band um….

4 Jahre Später. Dresden präsentiert sich in strahlendem Sonnenschein. Und Placebo erscheinen zum zweiten Versuch – Open Air in der Jungen Garde. Ein Amphitheater mitten im Großen Garten zu Dresden.

Der Einlass gestaltete sich relativ entspannt – da hat der selbe Ordnungsdienst bei den Heimspielen des ansässigen Fußball-regionalligisten wohl etwas mehr zu tun. Taschen wurden wohl nur wahlweise kontrolliert – so bekam der eine die Kamera rein – der andere leider nicht. Pünktlich 19 Uhr begann dann auch die Vorband mit ihrer Darbietung. Manboy – eine finnische Band, die wohl das erste Mal in Deutschland auftreten durfte. Anfängliches Zögern des Publikums wurde ignoriert – der Band sah man den Spaß allerdings trotzdem an. Und das schwappte dann auch recht zügig auf die ersten Reihen über. Unter dem Strich war das eine der besseren Vorbands die man geboten bekam. Nach einer halben Stunde musste die Band dann weichen. “We have to go. After this will be this band called Placebo. Don’t know if this is a local Band or something else” . Unter Applaus wurde die Band verabschiedet und die letzten Umbauarbeiten und Soundchecks wurden durchgeführt.

Der Zeitnehmer näherte sich 20 Uhr, das Wetter blieb wunderschön und diesmal füllte sich auch die Location zusehens. Erster Erfolg für Placebo an dieser Stelle.

Pünktlich 20 Uhr Ortszeit hieß es dann “One last thing, before I shuffle off the planet” und Placebo betraten, erspurteten, und dem Applaus des Publikums die Bühne. Nach dem 2. Titel (Meds) wurde das Publikum von Stefan sogar mit ungeahnten Deutschkenntnissen Willkommen geheißen. Allgemein war Stefan an diesem Abend derjenige, der mit dem Publikum spielte. Brian legte sich dafür umso mehr bei der Musik ins Zeug. Nach dem ersten Meds-Block (Infra-Red, Meds, Because I want you, Drag) folgten mit Soulmates sowie I know die ersten Nicht-Medstitel. Vor allem über letzteren freute ich mich besonders. Anschließend kochte die Stimmung das erste Mal wirklich hoch, als die ersten Akkorde von Song to say Goodbye erklangen und lautstark durch die Junge Garde hallten. Erstmals klatschten und sangen auch die letzten Reihen mit. Den vorläufigen Höhepunkt erlebte dann die Stimmung (überbrückt vom fantastischen Follow the Cops back home) bei Every you, Every me. Da gab es dann wohl keinen, der den Text nicht kannte. Langsam machte ich mir dann allerdings Sorgen, ob die Bank unter mit bei meinem Gehüpfe und Gespringe dieses Konzert überstehen würde…

Vor allem in den hinteren Reihen ebbte dann erwartungsgemäß die Stimmung ein wenig ab – was natürlich auch an der Songauswahl lag. Schöne Lieder, die aber nich unbedingt für gute Laune stehen (Special Needs, One of a Kind, Without you I’m Nothing, Bionic). Dies änderte sich dann langsam wieder bei Blind was für mich sehr berrauschend dargeboten wurde. Allerdings war es nur Wegbereiter für den (in meinen Augen) absoluten Höhepunkt des Abends – Special K. Besser geht die Stimmung nicht, besser war sie vorher nicht (und da kam sie danach auch nicht mehr ganz ran). Gänsehaut pur ! Getragen von dieser Stimmung konnte dann mit “The bitter End” nichts mehr schief gehen und die Band gönnte sich die verdiente Pause vor den Zugaben. Eigenartigerweise wurden dabei durchgehend die ersten Klänge des nächsten Liedes gespielt. So blieben die Zugaberufe aus – das hatte den ein oder anderen wohl doch überfordert ;)

Als dann aber auch die Melodie einsetzte, zeigten sich auch die Herren Molko, Olsdal und Hewitt zurück auf der Bühne und es erklang eine der schönsten Cover-Versionen von Placebo – Running up that Hill von Kate Bush. Dies, sowie Taste in Men, waren aber nur das Vorspiel für das letzte Lied des Abends – Twenty Years. Schleppte es sich zunächst etwas durch Text und Melodie wurde es aber so mitreißend vorgetragen, dass auch das Publikum alles gab. Noch in den letzten Tönen verabschiedete Stefan sich im Namen der Band und selbige verschwand auch recht schnell von Büne (und wohl auch sofort ins Hotel). Das hatten wohl einige nicht ganz verstanden, so dass es aus den letzten Reihen vereinzelte Unmutsäußerungen gab.

Unterm Strich blieb ein sehr schönes (und durchaus stimmungsreiches) Konzert mit eine Spielzeit von ca. 95 Minuten. Angesichts des schönen Wetter und der Uhrzeit (gerade mal halb 10) hätte man sicher noch so einige Lieder spielen können. Vor allem fehlte mir Post Blue und Where is my Mind wäre sicherlich auch noch mal ein stimmungsreicher Abschluss gewesen. Zwischen dem Konzert von 2003 und diesem lagen allerdings Welten, und das spürte man auch am Publikum

P.S. Die Bank hat überlebt

Dsc00029
Dsc00040
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written by Benny
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