29 Mai 2007

Der Schrauberlehrling

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Der Schrauberlehrling oder “Kleine lustige Anekdote aus dem Leben von Schraubi-Schlumpf” von Benjamin Renner

Schon etwas älter und noch vor dem “Mac”, aber im Job doch manchmal immer wieder auftretend dieses Phänomen.

Kapitel 1: Der Beginn

Alles haette so schoen einfach sein koennen. Den ganzen Tag war klein Benny schon in Schrauberlaune. Da hat er doch den Vormittag damit verbracht sich ein neues Mainboard zu bestellen und auf diversen Webseiten nach Tuning- und Kompatibilitaets Infos zu suchen. Irgendwie hatte es ihn gepackt. Schon vor einigen Tagen dachte er darueber nach dem PC seiner Frau ein neues, leises Netzteil zu verpassen. Woher nehmen? Klar, aus dem 19“ Server. Schliesslich muss der nur ein paar Platten versorgen und steht eh im Keller, wo Lautstaerke nicht ins Gewicht faellt.

Gesagt, getan. Kaum war er zu Hause angekommen, kurz Frau und Kindern Hallo gesagt und ab in den Keller mit den Worten: “In einer Stunde bin ich wieder oben, will nur eben die Netzteile tauschen!” Der geneigte Leser wird schon jetzt hellhoerig werden, irgendwas stimmt doch da nicht mit der Zeitangabe. Auch die Frau horcht auf und denkt sich, na ob das was wird?

Kapitel 2: Der Schritt zur Tat

Benny schnappt sich den PC seiner Frau, trabt in den Keller, greift nach Hammer und Meisse, aeh nein, Schraubendreher und Aufsatz und macht sich ans Werk. Er oeffnet das Gehaeuse, entfernt das Netzteil und geht rueber in den “Serverraum” wo er sich so dann ans Werk macht, dem 19“ Server auf den Leib zu ruecken. Auch hier wird fix aufgeschraubt und ausgebaut. Noch liegt er gut in der Zeit, es sind grade mal 20 Minuten vergangen!!!! Leises Netzteil ausgebaut, rueber ins Arbeitszimmer, in Frauchens PC eingebaut, fertig! Nein, noch nicht ganz, der Server schweigt noch, klar, ist ja noch kein Netzteil drin. Also auch hier ans Werk. Benny merkt, dass die Stromanschluesse etwas rar sind. Nun, aber mit ein bissche hier und ein bisschen da bekommt er alles angeschlossen. Ein paar Kabel sind zu kurz, aber auch das bekommt er in den Griff. Die Zeit? Bestens, noch 15 Minuten. Das sollte reichen!

Kapitel 3: Klappe zu…..Affee tot!!!

Also Gehaeuse wieder zugeschraubt, an seinen Platz gestellt und die Kabel wieder angeschlossen. Ein Druck auf den Schalter und es wird laut. Klar, bei der Masse an Lueftern kein wunder. Fehlermeldung vom BIOS, ok das kennen wir beim P3BF wenn lange Saft weg, dann spinnt der Frontside Bus. Also im BIOS alles wieder richtig eingestellt und neu starten. Komisch, Bildschirm bleibt schwarz….hmmmm. Naja, was solls noch´n Reset, wird schon gehen. Machen die im Flugzeug und der S-Bahn ja auch so. Serverreboot und alles wird gut! Nix da. Kiste faehrt zwar wieder hoch, aber es fehlt eine der 4 Platten. *Grummel* Also das uebliche Testzenario zum lokalisieren des Verursachers. Platte rein, Platte raus, gebootet. Scheint der Master Channel am 2. IDE Kanal zu sein. Platten getauscht von oben nach unten. Gleiches Ergebnis. Ok, Kabelbruch, da Strom ja da ist. Kabel getauscht (ziemliche Fuddelarbeit in dem Gehaeuse!!!) und starten. Nix, gleiches Ergebnis. Doch nein, diesmal wird der Slave nicht gefunden?!??!?!?!

Kapitel 4: Strom?

Benny gruebelt und denkt sich. Hm, vielleicht doch zu wenig Saft aus dem Netztei. Mal alles unnoetige abklemmen und nochmal. SCSI Strom ab. Reboot. Nix. Fehlt immer noch die Platte. Einzelne Luefter raus. Nix, immer noch fehlt die Platte. SCSI COntroller raus. Solls ja auch schon gegeben haben, der zieht ja auch Strom. Nix, immer noch fehlt die Platte. IDE Kanaele getauscht, nix, noch immer fehlt die Platte am Slave. Nachdem des oefteren die Platten getauscht wurden ist klar, dass es keine defekte Platte is.

Uebrigens, wir naehern uns der 1 1/2 Stunden Kelleraufenthalt. 1 Stunde war ausgemacht. Kinder sind im Bett, Frau gereizt. Egal, das Ding muss laufen! Im Buero kann man sich ja auch keine Schwachheiten leisten. Also weiter. Noch ist nicht aller Tage Abend. Naechste Moeglichkeit, die Wechselrahmen ne Macke? Nix leichter als das. (Hahahah am Arsch haengt der Hammer) Also in muehevoller Kleinarbeit Board und Platten wieder ausgebaut und diesmal in ausgebautem Zustand ohne Rahmen alles wieder angeschlossen und siehe da es geht!

Luftspruenge sind hier wohl angebracht, kein Datenverlust. Aber was nun? Wieder von vorne? Alles wieder da rein? Benny´s Blick schweift durch den Raum und faellt auf eins der alten, ausgedienten Gehaeuse. Hm, das koennte passen. 3x 5 1/4” und 3x 3 1/2. Passt also alles rein. Gut, alten Kram entfernt, neuen Kram rein. Diesmal huebsch sauber verkabelt und alles festgeschraubt. Ok, die Backplane fuers Mainboard passt nicht, was solls. Waere nicht der erste PC ohne Backplane. Kann man ja spaeter mal aendern (der geneigte Leser weiss, dass das nie was wird!).

Kapitel 5: Das Ende

Wir naehern und den 3 Stunden Kelleraufenthalt. Wir erinnern uns, 1 Stunde war ausgemacht. Kinder schlafen noch immer, Frau hat inzwischen resigniert und witzelt: “Ist ja immer das gleiche mit Dir, wenn Du im Keller verschwindest!” :o) Und schliesst mit den Worten: “Ich geh dann mal ins Bett und mach nicht mehr so lange!”

Kabel rein, einschalten, BIOS betreten. Bangend und hoffend wird der IDE Bus Scan durchgefuehrt und siehe da. Alles geht! Windoof starten und alles geht! “Uff!” Benny wischt sich den Schweiss von der Stirn, entknotet die Beine und erhebt sich vom kalten Kellerfussboden. Der Server ist wieder in einem Tower und das 19“ Gehaeuse ist leer. Warten wir ab, was als naechstes kommt.

To be continued…!!!!

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Was nun? Das muss anderen mitgeteilt werden. Also schreiben wir ein Buch. Nein, keine Sorge. Aber was lernen wir daraus? Wie immer: ”Never change a running System!“ Worans nun gelegen hat? Keine Ahnung. Das wird wohl nie jemand ergruenden koennen. Die Frage die man sich nun stellen kann, warum tut man sich das an? Im Buero und dann auch noch zu Hause? Nun, Hobby kann das ja schon fast nicht mehr sein! :o)

Nun gut, wie auch immer. Wer von Euch ab und an mal schraubt *schielt zu Guenter* wird wissen was ich hier wieder durchgemacht habe. :o)

Euch und allen anderen Leidensgenossen auf diesem Planeten eine ruhige Nacht und ein frohes Fest!

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written by Benny
Überzeugter Apple User und Kommunikations Junkie! Schneller, schöner, technisch.
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